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Digitales Denken – digital denken

Prof. Dr. Andreas Beaugrand
Do, 14:00–16:00 Uhr
Raum 401
Videostudio

Zauberwort Digitalisierung: Die nicht mehr zu überblickende Zahl heute verfügbarer Daten durch immer bessere technische Erfassungs- und Speichermöglichkeiten sowie die ‚Intelligenz‘ und Geschwindigkeit der Datenauswertung in nahezu jedem Lebensbereich verdeutlichen die aktuelle Big-Data-Dynamik und die der digitalen Technologien, die schon heute eine neue Ära digitaler Kommunikation und Produktion sowie in sozialer Hinsicht einen gesellschaftlichen Umbruch eingeleitet haben, dessen Ergebnis offen ist.

Welche Haltung nimmt man gegenüber digitalen Phänomenen ein? Wo sind Grenzen des moralisch und ethisch Verantwortbaren? Wie führt man digitale Diskussionen? Gibt es eine Ethik des Digitalen? Was wird aus Höflichkeit, Bescheidenheit und Demut in Zeiten digitaler Hypes im „New Dark Age“ (James Bridle)? Wie nehmen wir die Welt wahr?

Künstliche Intelligenz (KI) und selbstlernende Algorithmen befähigen KI-Anwendungen, komplexeste Aufgaben zu bewältigen. Die digitale Transformation wird den unternehmerischen Betrieb als physischen Ort der Wertschöpfung weiter auflösen und die Möglichkeiten der digital und grenzüberschreitend vernetzten Herstellung von smarten oder individualisierten Produkten und Dienstleistungen weiterentwickeln. Schon heute ist Digitales überall. Alexa macht die Musik an, Siri witzelt herum, Bots-Programme beschimpfen sich auf Twitter, verblendete Volksverführer pöbeln auf Telegram, ausgeklügelte Assistenzsysteme lassen Autos heute bereits weitgehend selbstständig fahren, Apps führen Inspektionen durch, Maschinen lernen, nach Algorithmen zu malen, und erobern die Kunstwelt: Für einzigartige digitale Kunstwerke, sogenannte NFTs (Non-Fungible Token; nicht austauschbare Wertmarke) werden mit der Kryptowährung Ether aktuell Millionen bezahlt. So brachten 28.000 Nerds zusammen 92 Mio. Dollar auf, um sich Anteile an dem NTF The Merge des Künstlers Pak zu sichern (Die Zeit vom 27.1.2022). Ist das ‚normal‘? Im Seminar sollen derartige Zusammenhänge diskutiert und Antworten auf vielfältige Fragen gefunden werden.

Voraussetzungen und Prüfungsform:
Interesse an Sozial- und Kulturgeschichte, Grundkenntnisse der Geschichte des Digitalen, Kenntnisse über die Technik des wissenschaftlichen Arbeitens, Übernahme eines Referates mit Thesenpapier, Verfassen einer schriftlichen Zusammenfassung bzw. eines Essays und eines Seminarprotokolls.

Literatur (Auswahl):
James Bridle: New Dark Age: Der Sieg der Technologie und das Ende der Zukunft, München 2020.
Barbara Büscher, Hans-Christian von Herrmann, Christoph Hoffmann (Hg.): Ästhetik als Programm: Max Bense/Daten und Streuungen (Kaleidoskopien = Tagungsergebnisse Stuttgart 1960), Zürich 2004.
Cathy O’Neil: Angriff der Algorithmen. Wie sie Wahlen manipulieren, Berufschancen zerstören und unsere Gesundheit gefährden, München 2017.
Philipp Otto, Eike Gräf (Hg.): 3TH1CS. A reinvention of ethics in the digital age?, Berlin 2017.
Toby Walsh: It’s alive. Wie Künstliche Intelligenz unser Leben verändern wird, Hamburg 2018.


Modulbezeichnungen
PO 19:
Medientheorie (1408) – 3 SWS, 4 CP

Medientheorie I (1125) – 3 SWS, 5 CP

PO 13/16:
Medientheorie (2303) – 4 SWS, 6 CP

Medientheorie (2007/2008) – 3 SWS, 5 CP

Vorbesprechung
7. April 2022, 14:00
https://fh-bielefeld.zoom.us/j/63697737066
Raum

Sprechstunde
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